Königin Victoria

Monarchin, Ehefrau und Mutter

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Königin Victoria bestieg als Nachfolgerin von Wilhelm IV den Thron. Sie war jedoch weder die Tochter, noch die Schwester des vorherigen Monarchen, sondern dessen Nichte. Da Wilhelm nur illegitime Kinder hatte, musste die Linie zurückverfolgt werden bis zu den Kindern seines jüngeren Bruders Edward, der 1820 gestorben war. Es gab keine Hindernisse auf dem Weg zur Thronbesteigung, auch wenn Victorias deutsche Wurzeln den höheren Klassen missfielen (obwohl sie in England geboren und aufgewachsen war). Dieses Gemurre war aber schon seit der Thronbesteigung von George I eine Art Tradition.
Als Victoria Königin wurde, war sie gerade 18 Jahre alt, hatte jedoch ein kraftvolles Gemüt verbunden mit intelligentem Geist. Ihr Geschlecht hatte ihr die Ausbildung eines Gentlemans verwehrt, doch in der Zeit, da sie Königin wurde, sprach sie bereits genau so gut Englisch wie Französisch und Deutsch.
Obwohl ihre Mutter, im Bewusstsein der zu erringenden Macht, die junge Victoria scharfen Kontrollen unterwarf, duldete diese keine Einmischungen. Nach ihrer Heirat mit Prinz Albert nahm Victoria die Gelegenheit war, die Beziehung zu ihrer Mutter zu kappen und besuchte sie selten. Der Plan der Mutter, ihre Tochter durch Isolation unterwürfig zu halten, viel mit einem Knall auf sie zurück.
Victoria hatte Prinz Albert 1836 kennen gelernt, und obwohl einige Historiker der Ansicht sind, dass sie ihn zunächst als tröge empfand, offenbart ihr Tagebuch, dass sie von Anfang an von dem Prinzen angetan war. Sie heirateten 1840 in der Chapel Royal des St. James’ Palace. Im Gegensatz zu vielen anderen politisch motivierten Verbindungen liebten sich die beiden sehr. Dennoch, auch wenn Victoria Prinz Alberts Rat zu schätzen wusste, machte sie von Anfang ihrer Beziehung an klar, dass sie der Souverän war. Albert war damals nicht sonderlich anerkannt in der Bevölkerung, sodass die Königin ihn mit der Planung der großen Weltaustellung betraute. Auch wenn Albert nicht direkt der organisatorische Leiter der Veranstaltung war, so war er doch mehr als nur ein Schirmherr. Der Erfolg der Weltaustellung brachte ihm die Liebe der britischen Bevölkerung ein, die ihn endlich akzeptierte.
Als aufgeklärte Frau hat Victoria, obwohl sie formal der Kopf der britischen Kirche ist, kein großes Interesse an theologischen Themen, solang die kirchlischen Oberhäupte ihre Verantwortung in sozialen Fragen wahrnehmen, eines der Hauptthemen des Prinzgemahls. Diese Einstellung führte zu vielen sinnvollen Reformen, aber auch zu einem ungehinderten Wachstum einer neuen Bewegung unter den Fittichen der Kirche: Die in der Bevölkerung sowieso schon zur unheilvollen Legende verkommenen Magie wird von den Inquisitoren der anglikanischen Kirche erbarmungslos als Blasphemie abgestempelt und verfolgt. Der in vielen Volkssagen auftretende Leviathan, ein übernatürliches Wesen auf dem Grund des Meeres, wurde offiziell zum Dämon der Hölle ernannt. Das erste Mal seit dem Mittelalter werden wieder Menschen in Europa wegen ihres Glaubens verfolgt. Die britische Bevölkerung wartet auf ein Machtwort der Königin, aber diese schweigt. Warum diese humanistische und fortschrittliche Monarchin sich nicht äußert, ist den Menschen ein Rätsel und Unmut macht sich breit. Was geht im Königshaus vor, was nicht nach außen dringt?

Bio:

Königin Victoria

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